Schulen, Kitas, Bauhof und Feuerwehr: Jede Kommune betreut viele Gebäude mit wenig Personal. Zähler
werden vor Ort abgelesen, eine leere Batterie im Thermostat fällt erst auf, wenn ein Raum kalt bleibt, und für den
Energiebericht werden Werte aus vielen Quellen zusammengetragen.
KomLiV ist eine Software für Kommunen. Sie zeigt, wie viel Wärme, Strom und Wasser die kommunalen
Gebäude verbrauchen, meldet Störungen an Zählern, Fühlern und Thermostaten und erstellt den Energiebericht.
Rundgang
So sieht der Weg Ihrer Kommune aus: ausprobieren, ein Gerät verbinden, im Alltag nutzen.
Gerät verbinden
Thermostate und Raumklimasensoren ordnen Sie selbst einem Raum zu: die letzten Stellen der DevEUI vom Aufkleber
eintippen und den Raum wählen, ein neuer Name legt den Raum an. Das Gerät muss dafür im LoRaWAN-Netz angemeldet
sein und ioBroker die Datenquelle.
Beispiel: Die Feuerwehr bekommt ein Thermostat für den Schulungsraum. Der
Gerätewart tippt die letzten Stellen vom Aufkleber ein, danach steht das Thermostat im Raum. Die Messwerte kommen
mit dem ersten Funkkontakt.
Jeden Raum im Blick
Die Liste zeigt je Raum, was die Geräte melden: Temperatur, Feuchte, CO₂, Belegung und Heizung. Fehlt ein
Gerät für einen Wert, steht das dabei.
Beispiel: Im Schlafraum der Kita steigt der CO₂-Wert über 1.000 ppm. KomLiV
empfiehlt Stoßlüften statt Kippfenster, im Winter kürzer, im Sommer länger.
Heizplan mit der Maus
Den Wochenplan legen Sie im Raster fest: Ein Klick schaltet eine halbe Stunde zwischen Komfort und Absenkung.
KomLiV sendet den Plan an die Thermostate. Neuere speichern ihn und schalten danach selbst, auch ohne Funk, bei
älteren schickt KomLiV die Sollwerte zur rechten Zeit. Vor versehentlichem Senden schützt die
Steuerungssperre.
Beispiel: Die Kita schließt freitags um 14 Uhr. Die Leitung klickt die
Stunden danach auf Absenkung, und die Räume heizen am Freitagnachmittag nicht mehr bis 16:30 Uhr.
Pellets rechtzeitig bestellen
KomLiV zeigt beim Pelletlager die Menge, die jetzt ins Lager passt, den spätesten Bestelltermin und den
Verlauf des Bestands.
Beispiel: Der Bauhof sieht früh, wie viel er bestellen kann und bis wann. So
bleibt Zeit, Angebote einzuholen und zu bestellen, wenn der Preis passt. Den Preis beurteilen Sie selbst, KomLiV
vergleicht keine Preise.
Zählerstand von Hand
Zähler ohne Fernauslesung lesen Sie vor Ort ab und tragen den Stand ein. Den Verbrauch zwischen zwei Ablesungen
verteilt KomLiV gleichmäßig auf die Tage dazwischen. Einträge werden nie überschrieben, eine Korrektur ist ein
neuer Eintrag.
Beispiel: Der Gaszähler im Heizraum der Grundschule hat keine Fernauslesung.
Der Hausmeister liest ihn jeden Monat ab, so kommt auch dieses Gebäude in den Energiebericht.
Hinweise in einfacher Sprache
Aus den Messwerten leitet KomLiV Hinweise ab, etwa zur Grundlast in der Nacht, zur fehlenden Nachtabsenkung oder
zu Datenlücken. Viele Hinweise sagen auch, was zu prüfen ist.
Beispiel: In der Kita fällt nachts eine hohe Grundlast auf. Der Hinweis nennt
mögliche Dauerverbraucher wie Kühlgeräte und Umwälzpumpen und wie viel Strom jedes eingesparte Kilowatt im Jahr
spart.
CO₂-Bericht
Die Auswertung zeigt Verbrauch, Kosten und CO₂-Äquivalente je Liegenschaft und für alle zusammen. Den
Energiebericht gibt es als PDF, JSON und XML.
Beispiel: Das Klimaschutzmanagement braucht die CO₂-Werte jedes Quartal. Die
Kommune richtet dafür einen API-Abruf ein: Ihr Berichtswesen holt den Bericht als JSON oder XML bei KomLiV ab.
Einen Versand per E-Mail hat KomLiV bewusst nicht.
Verbrauch, Kosten, CO₂-Äquivalente und Kennwerte je Liegenschaft, je Gebäudeverbund und für alle
Liegenschaften zusammen. Die Kosten sind Schätzungen aus den Arbeitspreisen.
Der Energiebericht entsteht als PDF, JSON und XML. Ziel ist, dass er zu Kom.EMS
passt, noch offen ist die Witterungsbereinigung nach DWD-Klimafaktoren.
Über eine dokumentierte Schnittstelle (API) rufen andere Systeme Ihrer Verwaltung die Werte und den
Energiebericht ab. Der Zugang ist an ein eigenes Konto mit Leserolle gebunden.
Mit einem eigenen Theme, den Angaben zum Herausgeber und Ihrem Logo trägt KomLiV den Auftritt Ihrer Kommune,
auch im Energiebericht.
So funktioniert es
Zähler, Raumsensoren und Thermostate funken ihre Messwerte über LoRaWAN, ein Funknetz mit großer
Reichweite und geringem Stromverbrauch. Die Werte landen in ioBroker, einer offenen Software, die Geräte und Verlauf
verwaltet. KomLiV liest sie dort, wertet sie aus und zeigt sie in der Oberfläche und im Energiebericht. Befehle an
die Thermostate nehmen den umgekehrten Weg. Heizpläne und Sollwerte brauchen dafür die Steuerungsfreigabe.
Im Einsatz
Stadt Zeitz
KomLiV läuft für die Stadt in einer eigenen Instanz.
In 3 Schritten ausprobieren
Docker installieren: Docker Desktop für Windows und macOS oder Docker Engine für Linux, nach der
Anleitung von Docker, falls nötig mit Ihrer IT.
KomLiV im Demobetrieb starten: im Terminal oder in der PowerShell eingeben:
docker run --rm --platform linux/amd64 -e DEMO=1 -p 127.0.0.1:8098:8098 registry.opencode.de/kayna-funkt/komliv:main
Im Browser öffnen:http://127.0.0.1:8098 zeigt die erfundene Musterstadt mit vier
Demoliegenschaften. Mit Strg+C (am Mac ctrl+C) im Terminal beenden Sie KomLiV wieder.
Der Demobetrieb zeigt nur erfundene Werte und ist nicht für echte Liegenschaften gedacht. Komplettpaket geplant: Ein
Paket mit ioBroker und Installationsskript für den Betrieb auf Ihrem eigenen Server ist in Arbeit
(#47).
KomLiV steht unter der Lizenz EUPL-1.2. Code und Anleitungen liegen offen auf OpenCode, der Plattform
für Open Source der öffentlichen Verwaltung. Sie können alles prüfen, anpassen und weitergeben.
Eigene Instanz
KomLiV wird als Docker-Paket ausgeliefert. Je Kommune läuft eine eigene Instanz auf einem Server
Ihrer Wahl, Messwerte, Heizpläne und Berichte bleiben bei Ihnen.
Steuerungssperre
Der Normalzustand ist die Steuerungssperre: Heizpläne und Sollwerte sendet eine Person nur mit einer
zeitlich begrenzten Steuerungsfreigabe, die sie sich mit zweitem Faktor holt. Ausgenommen ist der Boost: Er hebt
einzelne Räume für höchstens vier Stunden an, höchstens bis zum Komfortwert des gesendeten Heizplans. Bereits
gesendete Heizpläne und Boosts führt KomLiV selbsttätig weiter. In Erprobung: Steuerungssperre
und Steuerungsfreigabe laufen bisher nur im Testbetrieb, noch nicht bei der Stadt Zeitz.
KomLiV ansehen
Code, Anleitungen und Docker-Paket finden Sie auf OpenCode.
KomLiV entstand aus einem praktischen Problem: LoRaWAN-Geräte einzubinden und Liegenschaften aus der
Ferne zu bedienen war schwer, und zugleich sollte alles zu Kom.EMS passen. Die Idee kam aus Gesprächen mit dem
Energiemanager einer Kommune und der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA).
Aufgebaut wurde KomLiV bei kayna-funkt als Open Source, zuerst für die Stadt Zeitz. Eingeflossen ist
Erfahrung aus der Gestaltung von Oberflächen und mit LoRaWAN. Dahinter steht die Idee von kayna-funkt: Kommunen sollen ihre
Software selbst betreiben können. Deshalb ist KomLiV so beschrieben, dass Sie es auch ohne Fachwissen verstehen.
Timeline
Erste Demoanwendung bei kayna-funkt
Vorstellung von LoRaWAN beim Landesnetzwerktreffen
Erster Betrieb unter dem Namen „Energiebericht“ für die Stadt Zeitz
Umstieg auf ioBroker und Steuerung der Thermostate
Eigenes Projekt KomLiV, Docker-Paket, eine Instanz je Kommune